#4 DANN-Treffer nach acht Jahren
Shownotes
Im Jahr 2013 wird in Hanau eine junge Frau mit einer Hantelstange attackiert und lebensgefährlich verletzt. Trotz Großfahndung bleibt der Täter zunächst verschwunden. Dass Staatsanwalt Markus Jung ihm acht Jahre später im Gerichtssaal gegenübersteht, ist einer DNA-Spur zu verdanken.
Sprecher von Intro und Outro ist Matthias Hesse.
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00:00:01: Am elften Mai, zwei-tausendzweiundzwanzig machen Passanten in der Römerstraße in Hanau eine schreckliche Entdeckung.
00:00:10: Ein schwer verletzter elfjähriger Junge liegt vor einem Hochhaus.
00:00:15: Kurz darauf stirbt Wieschall im Krankenhaus.
00:00:19: Die alarmierte Polizei findet in einer Wohnung des Hochhauses im neunten Stock seine siebenjährige Schwester Priya tot.
00:00:29: Jemand hat ihr die Kehle durchgeschnitten!
00:00:32: Wenige Tage später steht fest, ihr eigener Vater ist für den Tod der beiden Kinder verantwortlich.
00:01:05: dass ich in der Innenstadt war und da habe schon gesehen, was überall Polizei war.
00:01:11: Und Absperrungen!
00:01:13: Man kam ja nicht mehr durch und ich hab dann auch gefragt, was da passiert ist?
00:01:18: Da konnte mir aber noch niemand irgendwas sagen und ich bin später mit dem Fahrrad in die Stadt gefahren nochmal.
00:01:25: Und da waren dann schon die Spurensicherung vor Ort und die Staatsanwältin, anderen zahlreich anwesenden Pressevertretern dann gesagt hat, was da passiert ist.
00:01:39: Was sich mutmaßlich dort abgespielt hat.
00:01:41: Sie sagte dann dass Passanten eben den leblosen Körper eines Jungen vor diesem Hochhaus gefunden hatten und im neunten Stock ein Mädchen das ebenfalls tot oder das Tod war.
00:01:55: Und bei dem jungen der ist ja noch ins Krankenhaus gekommen und ist erst wenig später dort verstorben.
00:02:02: Also das war eine gespenstische Stimmung tatsächlich vor diesem Hochhaus, weil man also diese Mitarbeiter der Spurensicherung dazu beobachten.
00:02:12: Das war ja alles abgesperrt.
00:02:13: Man hat jetzt die Details nicht gesehen aber alleine dieses Wissen dass von da oben mutmaßlichen Kind runter gestürzt ist aus welchen Gründen auch immer?
00:02:22: Weil man halt schon wusste liegt da oben noch ein totes Kind.
00:02:28: Ja, ein wahnsinnig bedrückt obwohl man die Hintergründe von dieser Tat überhaupt noch nicht kannte.
00:02:35: Für die Ermittler steht bald fest wer der Täter sein muss.
00:02:38: Der Vater Ratsch wird zum Hauptverdächtigen.
00:02:42: Die Namen der Beteiligten wurden für die Berichterstattung geändert.
00:02:47: Der Mann wird drei Tage nach der Tat verhaftet in einem Vorort von Paris.
00:02:53: Angeklagt wird er wegen Mordes.
00:02:56: Also mir ist als erstes diese große optische Veränderung aufgefallen.
00:02:59: Der Mann, der diesen Gerichtssaal betreten hat war ein ganz anderer für mich nach meinem Empfinden als der auf diesem Fahndungsfoto das war ja alles was ich von ihm kannte zu sehen war.
00:03:12: er trug auf einmal einen Vollbad und hatte lange Haare so eine Mütze auf und wirkte auch von der Körperhaltung einfach total gebeugt hat viel geweint hat die ganze Zeit zu Boden geschaut.
00:03:27: Das war für mich wirklich schwer, diese beiden Personen in Einklang zu bringen und er hat gleich am Anfang eine Erklärung verlesen lassen von seinem Anwalt das er die Verantwortung für den Tod seiner beiden Kinder übernimmt und dass das unverzeihlich ist was er getan
00:03:44: hat
00:03:45: und hat sich dann aber nicht weiter geäußert.
00:03:49: Im Gerichtssaal ist auch die Mutter der toten Kinder anwesend.
00:03:54: Also die Mutter war Nebenklägerin in dem Prozess und am zweiten Verhandlungstag hat sie ihre Aussage gemacht als Zeugin.
00:04:04: Und ich weiß noch, dass sich das angefühlt hat, als ob wirklich... ihr Schmerz über diesen Verlust, so den ganzen Gerichtssaal eingenommen hat.
00:04:13: Also das ging einem so durch und durch nicht nur wenn sie geweint hat was sie oft gemacht hat der Prozess musste auch mehrfach unterbrochen werden weil sie es einfach nicht geschafft hat was für jeden auch nachvollziehbar war und der Vorsitzende Richter ist auch sehr sehr vorsichtig und sensibel mit ihr umgegangen aber Wirklich auch eine sehr, sehr schwierige Situation.
00:04:36: Man konnte das sehr gut nachvollziehen.
00:04:39: Sie war einfach ne gebrochene Frau, jemandem innerhalb weniger Augenblicke der komplette Lebenssinn geraubt wurde sozusagen.
00:04:48: und auf der anderen Seite hatte ich den Eindruck versucht so stark zu sein und diese Aufklärung voranzutreiben weil sie ... Das hat sie auch an einer Stelle sogar gesagt dass ihr Kinder entschuldigt ist der das mutmaßlich getan hat, dafür bestraft wird.
00:05:35: beiden haben sich vor der Hochzeit überhaupt nicht gesehen.
00:05:38: Also es waren zwei Fremde, die geheiratet haben und wenige Tage nach der Eheschließung ist der Mann dann auch nach Europa zum Arbeiten und danach haben sie sich anderthalb Jahre glaube ich nicht gesehen und das ist natürlich jetzt in unserem Kulturkreis schwierig vorstellbar so eine Situation und Sie hat dann so geschildert dass Der Mann nach und nach so sein Gesicht gezeigt hat, dass sie ihn als jetzwornig und gewalttätig beschrieben.
00:06:09: Hat gesagt, dass er sie erniedrigt und auch gewürgt hat.
00:06:14: Dass sie immer die Hoffnung hatte wenn Sie mal Kinder haben das dann besser wird.
00:06:21: diese Situation Und dieser Hoffnung erfüllte sich aber nicht Sondern er soll auch den Kindern gegenüber, so hat sie es geschildert, gewalt tätig gewesen sein Soll das Mädchen geschüttelt haben und den Sohn geurfeigt.
00:06:33: Und das war halt so eine Spirale der Gewalt, die sie da geschildert
00:06:37: hat.".
00:06:39: Die junge
00:06:39: Frau träumt von einem besseren Leben in Europa.
00:06:43: Doch auch nach dem Umzug nach Deutschland wird es nicht besser!
00:06:48: Im Januar-Zweitausendzwanzig trennt sich Narami von ihrem Mann – auch weil die Kinder sie aus Angst vor ihrem Vater darum bitten.
00:06:58: Sie zieht nach Hanau.
00:07:00: Für die Zeit nach der Trennung hat sie den Begriff verwendet, das sei gewesen wie als ob sie aus dem Gefängnis frei gelassen worden wäre.
00:07:10: Sie hat das wirklich als Befreiung geschildert und gesagt dass ihre beiden Kinder förmlich aufgeblüht sind vor allen Dingen der Sohn weil die halt in ständiger Angst vor dem Vater vorher gelebt haben.
00:07:22: so hat sie es gesagt Und als sie nach Hanau in diese Wohnung gezogen sind, war das sozusagen ein Neuanfang für die Familie.
00:07:30: Wir haben Zukunftspläne geschmiedet zu kleine Spinnereien.
00:07:35: Wir kaufen uns ein Auto und irgendwann mal ein kleines Häuschen ... Sie hat auch gesagt, sie wollte immer in Europa leben, ein freies Leben führen.
00:07:44: Das war so die Chance, die sie da hatte.
00:07:47: Man konnte diese Monate, die da zusammen glücklich waren mutmaßlich, wirklich noch mal miterleben.
00:07:53: als sie das geschildert hat.
00:07:55: Das war auch eine sehr berührende Schilderung.
00:07:58: Eine glückliche Zeit, doch sie wert nur kurz!
00:08:02: Der Vater hat die Familie nach der Trennung nicht in Ruhe gelassen und hat sie permanent die Mutter kontaktiert, abwechselnd geflet und gedroht Und ist auch bei ihr auf der Arbeitsstelle aufgetaucht und hat getroht, sich mit Benzin zu übergießen und sich anzuzünden.
00:08:19: Und hat ihr auch gedroht nach Indien zu gehen und ihre ganze Familie zu töten wenn sie nicht zu ihm zurückkommt?
00:08:25: Also das war schon so eine Art Besitzdenken die sich da heraus kristallisiert hat.
00:08:31: Am Morgen des elften Mai, zwei tausend zwanzig kommt es schließlich zu der grausamen Tat Ratschwert nach Hanau beobachtet seine Frau, die die Wohnung verlässt um zur Arbeit zu gehen.
00:08:45: Überwachungsvideos zeigen dass er sicher geht das sie in ihren Bus steigt ehe eher zu ihrer Wohnung hinaufsteigt.
00:08:53: Die Rolle der Überwachungskameras war deswegen so wichtig, weil sie gewissermaßen die minutiöse Rekonstruktion der Zeit unmittelbar vor und nach der Tat erlaubte.
00:09:06: Die Beamten, die die Kameras ausgewertet haben, haben nämlich aus den verschiedenen Überwachungskameras im öffentlichen Raum und in S-Bahnen und Bussen einen ungefähr zwanzig Minuten langen Film zusammengeschnitten.
00:09:21: Und der hat dann wirklich den Weg des Mannes, der damals in Kelsterbach gewohnt.
00:09:28: Von dem Zeitpunkt wo er in Frankfurt in die S-Bahn gestiegen ist und nach Hanau gefahren ist von dort vom Hauptbahnhof mit einem Bus bis in die Stadt zum Marktplatz und im Nahbereich des Hauses auftaucht sich erst mal versteckt Also aus dem Blickfeld der Kameras verschwindet.
00:09:47: Dann seine Frau verfolgt, zusieht wie sie in den Bus steigt und dann zurück ins Haus geht.
00:09:54: Das ließ sich halt wirklich... das konnte man wie ein Film genau nachvollziehen.
00:09:58: Das war schon wirklich relativ beeindruckend!
00:10:02: Und auch die Veränderung als er das Haus nach der Tat wieder verlassen hat weil er dann einfach an seinem ganzen Habitos total anders wirkte.
00:10:13: Der war gehetzt, hat sich beeilt.
00:10:16: Ist in Richtung Taxi stand, gerannt fast und man hat halt auch der Kamera Zoom.
00:10:21: die haben dann so auf seine Hände gesumed und da war dann eben auch zu sehen dass sie blutig waren Und der Taxifahrer konnte sich dann später noch genau an den Mann erinnern und das er aussteigen wollte als die im Stau standen mitten auf der Bundesstraße weil er so nervös war Und er ist dann in Frankfurt hinzugestiegen und im ICE nach Aachen, und ist weitergefahren.
00:10:48: Erst auf diesem Hauptbahnhof hat sich diese Spur verloren.
00:10:52: Vor Gericht bemüht sich die Staatsanwaltschaft den Tathergang zu rekonstruieren.
00:10:58: Sie geht davon aus dass Ratsch wartet bis seine Kinder die Wohnung verlassen wollen um zur Schule zu gehen.
00:11:05: Dann drängt er sie zurück ins Wohnungsinnere.
00:11:09: Also der Vater hat ja den gesamten Prozess über zum Ablauf der Tat geschwiegen.
00:11:14: Nach dem faktischen Geständnis am Anfang hätte man das anders erwartet und auch die Prozessbeteiligten haben sicherlich damit gerechnet, dass da irgendwann noch mal Ausführungen dazu kommen was denn da genau passiert ist.
00:11:27: aber diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt.
00:11:31: also er hat sich selber nicht geäußert.
00:11:34: im Prozess einem forensischen Psychiater im Rahmen der Begutachtung im Gefängnis, hatte er dann behauptet.
00:11:46: Er habe eigentlich sein ursprünglicher Plan gewesen seine Kinder mit nach Indien zu nehmen.
00:11:52: Dann sei ein Streit eskaliert.
00:11:54: Im Zuge dieses Streits sei der Sohn aus dem Balkon gesprungen und er habe dann in Panik im Effekt seine Tochter getötet.
00:12:05: Die Staatsanwaltschaft rekonstruiert die Situation anders.
00:12:09: Ratsch habe von vornherein geplant, seine Kinder zu töten.
00:12:14: In der Wohnung habe er seiner Tochter Priya die Kehle aufgeschlitzt.
00:12:18: Vishal, der die Tat mit ansehen musste, flüchtete in Panik auf den Balkon und sprang!
00:12:25: In der Gerichtsverhandlung wird ein dort gespanntes Netz zum Schutz gegen Vögel besondere Beachtung
00:12:30: finden.".
00:12:32: Das Netz, und dass es da geht war ein Taubennetz das über dem Balkon gespannt war.
00:12:37: Und das war deswegen wichtig weil der Junge durch einen Loch in diesem Netz quasi in die Tiefe gestürzt ist.
00:12:45: Es stand die Frage im Raum, ist er gesprungen?
00:12:48: Ist er möglicherweise gestoßen worden und hing er vielleicht erst noch eine Weile in diesen Netz drin?
00:12:56: Das kam daher diese Frage, weil das war eben auch tatrelevant.
00:13:01: Da waren Sachverständige da vom BKA eine Sachverständig für textile Spuren und die hatte bei der Untersuchung der Fasern festgestellt dass einige tatsächlich gerissen waren sauber durchtrennt, also quasi geschnitten und deswegen ging es auch um die Frage ob der Junge vielleicht möglicherweise erst noch eine Weile in diesem Netz ringen.
00:13:23: Und der Vater dann vielleicht mit einem Messer oder einer Schere diese Netzbestandteile aufgetrennt hat, also aufgeschnitten hat.
00:13:35: Das sollte dann geklärt werden in einem Versuch Inhof des Gerichts.
00:13:44: So eine Holzkonstruktion mit genau den exakten Maßen dieses Balkons aufgebaut und hat so ein Netz da dran gehangen, und hat dann einen Dummy mit dem Gewicht des Kindes in dieses Netz gelegt Und das Ende vom Lied fördern.
00:14:01: leider dass das Netz nicht gerissen ist sondern oben aus der Verankerung also der ganze Versuch war im Prinzip hat zu nichts geführt und er hätte vermutlich auch so oder so nur eine begrenzte Aussagekraft gehabt, weil das Netz eben zwar das Gleiche war wie das Netz dass die Familie auf dem Balkon hatte aber eben nicht dasselbe soll heißen.
00:14:26: Die Witterungsbedingungen Sonne regen man wusste nicht wie lange dieses Netz da überhaupt schon hingen.
00:14:31: das war schon da als sie eingezogen sind.
00:14:35: dann die Möglichkeit, dass vielleicht auch mal da wirklich sich eine Taube verhättert hat und das dann diese Löcher reingeschnitten wurden um das Tier zu befreien.
00:14:44: Das stand halt alles im Raum.
00:14:45: also letztendlich konnte es keinen Beitrag zur Aufklärung leisten war aber trotzdem muss man sagen interessant zu sehen wie weit man da wirklich versucht die Details dieser Tat zu klären mit welchem Aufwand man das betreibt.
00:15:03: Nach der Tat, so belegen ist die Überwachungskameras Flüchtetrat nimmt einen Zug nach Aachen.
00:15:10: Seine Behauptungen er habe die Kinder mit nach Indien nehmen wollen glaubt das Gericht nicht.
00:15:16: Das war deswegen nur wenig glaubwürdig in den Augen der Kamera weil erstens die Zeit man hat ja dann über verschiedene Gutachten und auch Diese Videoüberwachung hatte man relativ genau die Information, wie lange er in der Wohnung gewesen sein kann.
00:15:35: Und da war einfach der Zeitablauf dafür, dass sich da ein Streit mit seinem Sohn entsponnen hat, der so derart eskalierte, dass er dann aus dem Fenster gesprungen ist.
00:15:47: Das war einfach zeitlich sehr, sehr unwahrscheinlich und davon abgesehen auch das er dann deswegen seine Tochter tötet ja Erschien der Kammer auch unglaubwürdig.
00:16:01: und davon abgesehen war auch noch der Punkt, dass er halt diese Tag vorbereitet hatte.
00:16:06: Dass er zum Beispiel einen Zugticket gekauft hat aber nicht nur für drei Personen sondern nur für eine Person.
00:16:16: Er hat ja auch sein Konto leer geräumt also da hat aber keine Dokumente für die Kinder dabei.
00:16:21: Also da gab es wirklich nichts was daraufhin gedeutet hätte.
00:16:25: Während des Prozesses werden außerdem zahlreiche Zeugen und Fachleute gehört.
00:16:31: Intensiv wird über die Blutspurunanalyse gesprochen, auch ein Psychiater sagt über den Geisteszustand von Ratschaus.
00:16:38: Es ging ja um die Frage ob der Vater möglicherweise schuldunfähig oder ... nur begrenzt schuldfähig ist, weil eine schwere seelische Störung vorliegt und dafür hat der Psychiater aber keinerlei Anhaltspunkte gefunden.
00:16:56: Er hat den Vater als eine Person mit narzistischen Zügen beschrieben die leicht reizbar ist und vielleicht krankbar
00:17:05: ist.".
00:17:06: Es ist ein außergewöhnlicher Prozess, der deutschlandweit großes mediales Interesse erregt.
00:17:12: Bei GNZ-Gerichtsberichterstatterin Nicole Schmidt bleibt er aus bestimmten Gründen besonders im Gedächtnis.
00:17:20: Also was mich wirklich nach wie vor noch fassungslos macht, wenn ich mich daran zurück erinnere ist einfach dieses Schweigen des Vaters der auf mich so ein bisschen gewirkt hat wie ein kleines Kind das sich die Augen zu hält und dann hofft dass es nicht gesehen wird oder glaubt dass Einfach eine Person gewesen, die sich offenbar der Verantwortung für eine Tat vollständig zu entziehen versuchte in dem er einfach das komplett ausgeplendet hat.
00:17:50: Also man kann von einer Art Realitätsverweigerung sprechen.
00:17:56: Wenn die Fotos gezeigt wurden und ich spreche jetzt nicht nur von den Tatortfotos wo die Kinder zu sehen waren sondern auch die Fotost des Tatorts an sich dann Geweigert, die anzusehen.
00:18:10: Dann hat er sich auch oft einfach seine Hände oder seine Mütze vor das Gesicht gehalten und an manchen Stellen wenn es im Prozess ... Wenn der Gutachter zum Beispiel irgendwas vorgestellt hat oder die Gutachterin dann hat er seinen Übersetzer aufgefordert.
00:18:26: sein Dolmetscher aufgeforderte Die Übersetzung zu beenden.
00:18:32: also er wollte dass nicht hören.
00:18:33: er wollte das nicht wissen.
00:18:35: Die Haltung des Vaters ist für Nicole Schmidt nicht nachvollziehbar.
00:18:41: Der Vater wäre derjenige gewesen, der den Prozess beteiligten also insbesondere seiner Ex-Frau.
00:18:49: all das hätte er sparen können oder zumindest viel davon.
00:18:53: Also diese ganzen schrecklichen Details hätte man nicht zeigen oder erörtern müssen, wenn er einfach gesagt hätte das und dass ist passiert.
00:19:02: Dann hätte man zum Beispiel es gab einen Blutverteilungskutachten wo eben dann eruiert wurde wie welche Spritzer und Wischer von Blut an irgendwelchen Gegenständen auf der Decke und an anderen Orten waren.
00:19:18: und wenn er jetzt einfach gesagt So hat sich das Geschehen abgespielt, ganz kurz und schmerzlos.
00:19:25: Dann wäre halt einfach gerade der Mutter sehr viel erspart geblieben.
00:19:31: Und das war was, was mich wirklich auch nachhaltig negativ beeindruckt hat weil er dann – und das war auch in einem Gespräch mit diesem Psychiater gesagt hat ernsthaft die Mutter, also er würde jetzt die Strafe bekommen.
00:19:49: Aber eigentlich sei die Mutterschuld weil sie die Kinder falsch erzogen habe.
00:19:54: und das ist einfach so eine Art von Realitätsverweigerung und auch selbst Mitleid dass da lief es mir wirklich Eiskaltenrücken runter.
00:20:02: Bei einem solchen Fall fällt es auch Profis oft schwer neutral und distanziert zu bleiben.
00:20:09: Also man muss natürlich schon von Berufswegen um eine gewisse Neutralität und auch eine angemessene Distanz bemüht sein, aber in so einem Fall wie dem hier über den wir hier sprechen wo ein Vater einfach sowas getan hat also wo im Prinzip wirklich das schlimmste was man sich so in seinen schlimmsten Albträumen vorstellen kann passiert.
00:20:37: Das ist natürlich einfach ne Sache die einen nicht unberührt zurücklässt Mir persönlich auch an mehreren Stellen die Distanz gefehlt hat in diesem Fall und dass ich auch tatsächlich mehrfach im Gericht sei weinen musste, weil es einfach ... Weil ein das so angefasst hat, dass man sich davon nicht frei machen konnte.
00:21:03: Und die Fotos, die da zu sehen waren, also Tötungsdelikte verursachen selten schöne Bilder.
00:21:10: Aber wenn da Kinder im Spiel sind das hat einfach noch mal eine ganz andere Dimension und das nimmt man dann auch wirklich mit nach Hause.
00:21:19: Schließlich fällt im Juni-swei-tausenddreiundzwanzig das Urteil.
00:21:23: Lebenslang muss Rage ins Gefängnis.
00:21:26: Zusätzlich stellt das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest.
00:21:31: Das bedeutet, er wird nach fünfzehn Jahren nicht auf freien Fuß kommen.
00:21:36: Sie sind lebensgefährlich für andere Menschen, meint der Vorsitzende Richter Mirko Schulte.
00:21:41: Er vermisst vor allem Bedauern gegenüber der Mutter bei dem verurteilten Kindsmörder und wünscht Narami dass sie ein wenig Frieden finden kann und ein bisschen von dem Glück das die sich hier in Europa erhofft hat.
00:21:59: Der Fall ist beendet Aber er lässt Nicole Schmidt noch lange nicht los.
00:22:05: Ja, wie macht man weiter?
00:22:06: Man versucht halt doch wieder zu der Distanz zurückzufinden die angemessen ist und dies auch
00:22:11: braucht.
00:22:13: also für mich war das dann einfach das Loslassen von diesem Fall was natürlich wo mehrere Gerichtstermine hintereinander und immer neue Details zur Sprache kamen war das nicht so ganz einfach, aber irgendwann muss man dann versuchen sich wieder davon frei zu machen.
00:22:31: Wobei mir auch immer im Hinterkopf geblieben ist die Mutter kann jetzt eben zum Beispiel nicht einfach weitermachen.
00:22:40: also ihr Leben ist halt für immer dadurch ja man möchte fast sagen zerstört.
00:22:46: also man kann nur hoffen dass sie wieder zu ihrem Lebensmut zurückfindet.
00:22:53: True Crime Mein Kinnzig ist eine Produktion der Gellenhäuser
00:22:57: neuen Zeitungen.
00:22:58: Recherche,
00:22:59: Text
00:23:00: und Regie
00:23:01: Tanja Bruskegut.
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