#3 Der Tote ohne Schuhe

Shownotes

Vor dem Bahnhof in Salmünster wird 2013 ein schwerverletzter Mann gefunden, der noch vor Ort stirbt. Er trägt keine Schuhe. Das kommt dem Polizisten Ingbert Zacharias gleich seltsam vor. Sprecher von Intro und Outro ist Matthias Hesse.

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00:00:00: Gegen drei Uhr zwanzig am siebzehnten September zwei tausend dreizehn benachrichtigt ein anonymer Anrufer die Polizei, das vor dem Bahnhof in Salmünster einen schwer verletzter Mann liegt.

00:00:13: Als die Streife kurz darauf auf den Parkplatz eintrifft findet sie dort einen blutüberströmten siebenundvierzigjährigen mit schwersten Kopfverletzung.

00:00:23: Die alarmierten Rettungskräfte können dem Mann nicht mehr helfen.

00:00:27: Er stirbt gegen vier Uhr auf dem Parkplatz.

00:00:31: Seltsam ist, warum trägt der Mann eine schwarze Maske aber keine Socken?

00:00:42: Irgendwer

00:00:48: Zaharias gehört damals zu den Pressesprechern der Polizei und ist am Tatort – ihm ist sofort klar das mit der Situation etwas nicht stimmt!

00:00:59: Nun, ich hatte an diesem Tag den ersten Anruf bekommen.

00:01:02: Da war es noch dunkel, so weit ich weiß, vier Uhr oder halb fünf.

00:01:07: da wurde ich von der Einsatzzentrale informiert.

00:01:11: das was stattgefunden hat dass man eine tote Person gefunden hat am Bahnhof in Bad Sohlensalmünster und man noch keine genaueren Erkenntnisse hatte aber damit rechnete, dass da vielleicht meine Person als Pressesprecher erforderlich wäre weil mit Sicherheit die Medien darauf aufmerksam werden würden.

00:01:33: Ich bin dann dahin gefahren, normalerweise wenn ich um so eine Uhrzeit angerufen werde ist immer irgendwas Besonderes.

00:01:40: im Buch sage ich mal ja meistens sind es dann irgendwelche Leute die tot auf der Straße liegen oder sonst irgendwelchen Unglücksfälle und als ich da hinkam hatte ich sofort den Eindruck also irgendwie war die ganze Situation die sich mir darstellte ein bisschen Ich will nicht sagen komisch, aber ein bisschen anders als es normalerweise der Fall war.

00:02:03: Bei meinem Eintreffen hatten die Kollegen schon in Zelt aufgebaut so ein kleines um den getöteten dort vor dem Regen zu schützen.

00:02:13: das war ja an dem Tag regnerisch gewesen und Nach einem kurzen Gespräch mit dem Ermittlungsführer dort mir im Zelt den dort linken Toten angeschaut habe, kam mir sofort irgendwie in den Sinn.

00:02:30: Also was ist denn das eigentlich?

00:02:33: Das ist keine Sache die ich aus früheren Tötungsdelikten oder aus früherer Ereignissen kannte.

00:02:42: Das machte auf mich irgendwie den Eindruck, als ob hier irgendwas stattgefunden hatte.

00:02:46: Was so gar nicht in das Bild passte was man mir erzählt hat.

00:02:50: Man hatte mir erzählt es wäre wohl ein Anhof gewesen bei der Rettungsleitstelle dass ich eine Schlägerei gegeben habe am Bahnhof und dort einen Verletzter liegen würde um dem Mann sich kümmern müsste.

00:03:02: So etwa wurde mir das erzählt und nachdem ich in das Zelt geschaut hatte und den Mann dort haben liegen gesehen habe ich gedacht, der hat von der Kleidung her etwas an was nicht irgendwie zu einer Schlägerei passen könnte.

00:03:21: Das war eher so Arbeitskleidung.

00:03:24: dann hatte er Arbeitshandschuhe an und hatte zudem keine Schuhe an.

00:03:30: Der war da entzocken, der lag da entzogen.

00:03:32: Und dann habe ich gesagt, dass da eine Schlägerei stattgefunden haben sollte.

00:03:35: Irgendwie kommt mir das komisch vor.

00:03:37: Das war so mein allererster Eindruck den ich da hatte und der hat sich ja dann auch später bestätigt.

00:03:43: Schnell ergibt sich ein Tatzusammenhang zur Sprengung eines Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn in Baden-Württembergischen Wittighausen, in derselben Nacht.

00:04:09: Arbeitsunfall bei einem Einbruch oder sowas ähnliches sein könnte, weil der Mann hatte Arbeitshandschuhe an.

00:04:15: Er hatte eine Kopfverletzung.

00:04:17: wo ich gesagt habe naja ob das von dem Schlag her mit dem Gegenstand stammt?

00:04:20: Oder ob das nicht eventuell doch herabfallende Drümmerteile oder so was in der Richtung sein könnten?

00:04:27: Meinte er naja gut Das ist ne Theorie die könnte man ja mal verfolgen und daraufhin hat man also erst Mal in der ganzen Gegend Die Polizei den Stellen abgefragt ob es da ein Tatort gab irgendwo, wo was passiert war.

00:04:41: Wo man versucht hat, einzubrechen und ist irgendwas zusammengefallen oder sonst irgendwas in der Richtung.

00:04:46: Das war allerdings nicht der Fall gewesen.

00:04:48: Man hat also die verschiedenen Tatablauftheorien weiter verfolgt, kam dann aber nicht weiter und dann haben die Kollegen das gemacht, was man eigentlich in solchen Fällen immer macht wenn man nicht genau weiß, wo der Tatort ist und man hat vermutet dass es am Bahnhof stattgefunden hat.

00:05:08: Also man ist schon relativ schnell davon ausgegangen, dass sich das Ganze irgendwo anerst abgespielt hat.

00:05:14: Hat man dann den Suchkreis erweitert.

00:05:17: Das heißt also man hat einfach um so einen Nünster herum so noch so ein Ring gezogen von hundertfünfzig zweihundert Kilometern und hat die Dienststellen in diesem Bereich einfach mal abgefragt ob da Irgendwas stattgefunden hat, was mit unserem aufgefundenen Toten in Zusammenhang stehen könnte.

00:05:37: Und so kam man dann einen Tag oder zwei Tage später, ich glaube es war ein Tag später drauf über eine Meldung der Kripo in Tauberbischofsheim die gesagt hat wir haben hier den Tatort da wurde ein Fahrkartenautomaten Luft gesprengt und wir haben da eine große Blutlache gefunden.

00:05:56: Vielleicht ist das ja im Zusammenhang Mann, den ihr bei euch tot aufgefunden habt.

00:06:02: Und so kam die ganze Ermittlung ins

00:06:05: Laufen.".

00:06:06: Offenkundig hatte sich jemand Mühe gegeben, die Identität des Opfers zu verschleiern.

00:06:12: Die persönlichen Gegenstände hatte man ihm abgenommen.

00:06:15: Dennoch fand die Polizei bald heraus wer der Mann war und dass sein Wagen fehlte.

00:06:22: Also anfangs wussten wir überhaupt nicht wer das war.

00:06:25: Da lag ein Mann, der hatte, so weit ich mich erinnern kann, irgendwie einen Hemd oder ein T-Shirt an die Hose.

00:06:31: Ein paar Socken.

00:06:32: Fertig das war's!

00:06:33: Und so eine Job oben drüber gezogen über das T-shirt und man hat dann also versucht irgendwie erstmal rauszukriegen wer das sein könnte.

00:06:42: Hat also wie es so ist auch die ganzen Autos draußen abgecheckt.

00:06:47: ja ob man da eventuell ein Hinweis findet auf ihn war in der Fall nicht gewesen.

00:06:53: Durch Zufall hat dann ein Kollege richtig mal die Kleidung des Mannes mal richtig eingehend untersucht und durchsucht.

00:07:04: Und da ist er dabei auf eine kleine Quittung gestoßen oder einen kleinen Zettel gestoßen, wo also der Name des Mannens draufstand.

00:07:11: Das war dann schon der Einstieg in die ganze Ermittlung eigentlich weil wir haben dann abgecheckt wer das war.

00:07:16: Es kam auch in etwa hin.

00:07:18: Die Person, die vor uns lag, kam in etwa mit der Person die auf dem Zettel stand und so wurde relativ schnell klar, dass es sich bei den Toden um den Manfred A. gehandelt

00:07:31: hat.".

00:07:31: Die Beamten ziehen bald den Schluss das der siebenundvierzigjährige nicht Opfer eines Überfalls wurde sondern sogar selbst zu den Tätern gehörte.

00:07:41: Schon kurz darauf kommt man auch den Mittätern auf die Spur.

00:07:45: Nachdem wir den Tatablauf soweit erstmal im Groben festgestellt hatten, wurde dann natürlich auch gesagt das kann nicht ein Einzelner gemacht haben.

00:07:59: Das müssen mehrere gemacht haben.

00:08:00: wir haben dann also auf gut wird gesagt die ganz normale die ganz normalen polizeilichen Maßnahmen getroffen um heraus zu kriegen mit wem hat er denn eventuell da was gemacht, diese Automatensprechung.

00:08:14: Und wer könnte denn eventuell auch dafür verantwortlich sein dass er da gelegen hat in Warzone und Salmünster?

00:08:21: Das ist ja eine Riesenstrecke das sind hundert-achtzig Kilometer etwa wenn man über die Ecke erfährt.

00:08:29: Über die Autobahn ist es ein bisschen schneller aber hinten rum über Bad Kissingbad Brüggenau ist es schon ein bisschen länger und das konnte der Mann wie's aussieht nicht mehr alleine gemacht haben.

00:08:39: also mussten andere dabei sein.

00:08:40: wir haben dann Die ganz normalen polizeilichen Ermittlungen hochgefahren, Umfeld befragt, Freunde befragt.

00:08:49: Meine Händeauswertung gemacht von... Wir hatten ja dann das Auto gehabt relativ schnell von ihm und haben da natürlich auch Spuren zu betrieben usw.

00:09:01: Und kam dadurch über diese ganz normal-polizeilischen Maßnahmen zu den beiden anderen Personen, die an der ganzen Sache beteiligt waren.

00:09:10: Die Personen, die dann immer wieder auftauchen, werden dann natürlich explizit unter die Lube genommen.

00:09:17: und so kommt dann eines zum Anderen was dazu geführt hat dass man relativ schnell wusste wer dabei war.

00:09:23: Langsam ergibt sich ein Bild von dem was in der Nacht zum siebzehnten September geschehen ist.

00:09:35: drei Männer haben sich zusammen getan um einen Raub zu begehen Ein fünfundreißigjähriger Kfz-Mechaniker und ein zweienfünfzigjähriger Frührentner aus Schlüchtern sowie der siebenundvierzigjährige aus Zeitlofs.

00:09:49: Er soll der Initiator der Sache gewesen sein!

00:09:56: Der Jüngste ist als Fluchtfahrer eingeplant, soll in einem Feldweg ungefähr zwei Kilometer von dem Automaten entfernt warten und anschließend die beiden Mittäter schnellstmöglich vom Tatort abholen.

00:10:09: Der Zweiundfünfzigjährige soll an einer nahegelegenen Kreuzung Schmiere stehen, während der Siebenundvierzig-Jährige mit einem Gasgemisch den Automaten sprengen will.

00:10:20: Stattdessen hört er ein Knall und sieht wie die vordere Platte des Automaten auf das Opfer fällt.

00:10:28: Der laute Knall der Explosion ist noch in mehreren Kilometern Entfernung zu hören.

00:10:37: Da muss man immer unterscheiden, wer es macht.

00:10:40: Wenn das, sag ich mal, Lein machen und die drei, die das da veranstaltet hatten... Das war also das erste Mal scheinbar, dass sie sowas gemacht haben.

00:10:48: Es ging natürlich gleich beim ersten Mal schief.

00:10:51: Das passiert!

00:10:53: Fahrkartenautomaten werden momentan oder in den letzten Jahren eigentlich gar nicht mehr so häufig gesprengt.

00:10:59: Das sind eher die Bankautomaden, die natürlich dann im Gebäuden sind wo der Schaden um ein vielfaches höher ist als wie bei den Freiständen und meist auf dem Bahnhofständen.

00:11:10: Fahrkartenautomaten Und diese Bankautomaten die werden von Ich sag's mal Fachleuten, der Gegenseite gesprengt.

00:11:17: Also das sind Telekruppierungen die es sich auskennen in dem Milieu über die Technik, über die technischen Anlagen bestens Bescheid wissen wie man's machen muss und da geht eigentlich dann immer nur sag ich mal der Automat beziehungsweise auch das Gebäuden zu Bruch, da passiert nix, die ist relativ schnell und sie wissen wie was macht.

00:11:41: bei dem hier zugrunde legenden Tat war es ja so gewesen wie es aussieht, allererste Mal gewesen dass sie das gemacht haben und das ist natürlich auch im Nachhinein betrachtet schon ein bisschen.

00:11:53: die haben sich das zu einfach gemacht.

00:11:54: ja also wenn man das mal ganz normal als durch die ganz normale Brille betracht sage ich immer um Gottes Willen.

00:12:01: Wie könntet ihr so was machen?

00:12:02: Das war doch fast klar dass das Ding dann auseinanderfliegt bevor ihr hier in Insicherheit seid.

00:12:08: Da hat sich gezeigt dass so dilettantisches Wärgeln auch zum Tod führen kann.

00:12:15: Der Zweiundfünfzigjährige entfernt das schwere Metallteil vom Körper des Kumpanen, der blutet stark am Kopf.

00:12:23: Der jüngere Angeklagte hat den Knall ebenfalls gehört kommt mit dem Fluchtwagen wieder zur Haltestelle zurück.

00:12:30: die beiden packen den verletzten Mithäter in den Kofferraum des Autos hauen ab.

00:12:36: ihre Beute nehmen sie mit.

00:12:38: Es sind zweihundertachzehn Euro.

00:12:46: Fast zwei Stunden fahren sie mit dem Sterbenden im Auto, legen ihn schließlich fast einhundertzwanzig Kilometer vom Tatort entfernt auf den Bahnhofsparkplatz in Salmünster ab.

00:12:57: Unter dem Phantasiennamen Thomas Müller rufen Sie bei der Polizei an und berichten von einer angeblichen Bahnhofschlägerei in Salmunster.

00:13:07: um die Identifizierung des Verletzten zu erschweren Nehmen die beiden ihrem Kumpan alle persönlichen Dinge ab, fliehen mit dem Auto des Opfers nach Schlüchtern.

00:13:31: Dann wurden die festgenommen und das war auch anschließend relativ schnell so, dass sie sich dazu eingelassen haben.

00:13:48: Und wer wussten, dass wir die richtigen Leute hatten?

00:13:50: Die beiden!

00:13:51: Das ging also dann relativ schnell, hat ein paar Tage gedauert.

00:13:54: aber im Vergleich zu dem was wir am Anfang wussten wo man am Anfang da gestanden haben und gesagt haben Gottes Willen was ist denn das?

00:14:01: Hat sich das doch relativ schnell dahingehende entwickelt, dass mit den Beinen festnehmen konnten.

00:14:06: Mitte Mai, der Prozess beginnt gegen die beiden Schlüchterner.

00:14:11: Zum Auftakt des Verfahrens schweigen die Männer auf der Anklagebank.

00:14:15: Die Verteidiger wollen anfangs mit psychiatrischen Gutachten klären lassen ob ihre Mandanten nach der überraschenden Wendung in der Tat Nacht noch steuerungsfähig waren oder unter Schock standen.

00:14:28: Unklar ist auch wegen welchen Delikten die Angeklagten verurteilt werden können!

00:14:34: Mord?

00:14:35: Versuchtermord?!

00:14:36: Körperverletzung

00:14:37: mit Todesfolge oder unterlassene Hilfeleistung.

00:14:41: Das sind also Tatbestandsbeschreibungen, die aus dem Strafgesetzbuch kommen.

00:14:47: Also das höchste überhaupt, das Schlimmste, das schwerste, dass auch am heftigsten bestraft wird ist der Mord.

00:14:56: Sag ich mal, der große Bruder vom Totschlag.

00:14:58: So nenne ich das immer denn im Strafgesetzbuch heißt es ja, §.

00:15:03: twohundert zwölf sagt's ganz deutlich aus, wer einen Menschen tötet ohne Mörder zu sein?

00:15:11: Begeht ein Totschlag ist ein Tortschläger und dann sagt sie ja schon ohne Möder zu seien heisst also der Mord beinhaltet noch ein Mordmerkmale, wie man so schön sagt.

00:15:23: Also Qualifizierungen die den Totschlag dann zum Mord Empor erheben sag ich es mal so oder ja verdeutlichen.

00:15:32: Ein Mord ist ein Totschag.

00:15:35: wer einen Menschen zu Tote bringt ist klar und dabei diese Mord-Merkmale verwirklicht.

00:15:42: da gibt's also mehrere Heimtücher Habgier sexuelle Befriedigung, Rachsucht, Verdeckung einer Straftat oder Ermöglichungen einer Straftat.

00:15:57: Das sind verschiedene Merkmale die verwirklicht werden müssen um jemandem das Mordes zu beschuldigen.

00:16:06: Ansonsten ist der Totschlag im Raum.

00:16:08: aber wenn dann eines dieser Mordmerkmalen noch dazukommt ein Mord.

00:16:13: Und wir haben nicht wie in Amerika Mord ersten, zweiten, dritten Grad.

00:16:16: Ne ne bei uns gibt es halt nur den Mord im Paragraf zunehmend elf ganz einfach.

00:16:23: Dann haben wir die Körperwälzung mit Todesfolge.

00:16:26: da will ich demjenigen denen ich haue oder sonst irgendwie einen Leid zufügen in körperliches Dem will ich das zuführen Ich will aber nicht dass er dabei stirbt.

00:16:35: Das ist also der Vorsatz Der Wille darauf gerichtet jemanden wehzutun am Körper zu verletzen, das kann alles möglich sein und er kommt in der Folge zu Tode.

00:16:49: Das Beste ist ich hau jemanden eine runter und der fällt hin und fällt mit dem Kopf irgendwo auf die Tischkante und ist tot.

00:16:57: Das wäre eine Körperfletzung wo ich die Körperflassung gewollt habe aber um Gottes will nicht den Tod.

00:17:02: Der ist aber eingedreht!

00:17:03: Und die unterlassene Hilfeleistung ist wiederum ne Sache wenn ich mich nicht um jemanden kümmere und ihm nicht helfe Wenn derjenige in einer bedrohlichen Situation ist, die zum Beispiel auch sein Leben bedroht.

00:17:19: Also seine körperliche Unversehrtheit oder sein Lebenbedroht und ich ihm nicht helfe, obwohl ich das könnte... ...wenn ich mich dadurch selbst in Lebensgefahr bringen würde, ist es schon wieder so eine Sache.

00:17:28: Das muss man dann später in der Folge mal bewerten.

00:17:32: aber wenn ich in der Lage wäre ihm zu helfen?

00:17:35: Und mach's nicht!

00:17:37: Wenn einer auf der Gasse liegt ist vom Auto angefahren worden nachts, liegt auf der Straße und ich fahre vorbei guckt mal runter und sagt naja gut okay wird es sich schon selber helfen ja.

00:17:46: Und fahr weiter.

00:17:47: das ist eine unterlassene Hilfeleistung weil da ist in einer Gefahrensituation ja der könnte eventuell sogar versterben wenn ich keine Hilfe hole.

00:17:57: also begehe ich da ne Unterlassenhilfeleistung wenn ich weiterfahre einfach.

00:18:02: Das ist jetzt mal so ein ganz labidaris Beispiel.

00:18:04: was aber in der Wirklichkeit sehr oft vorkommt

00:18:08: Die Angeklagten lassen vom Richter Geständnisse verlesen.

00:18:12: Mehr hätten sie nicht zu sagen, lassen Sie mitteilen!

00:18:16: Ein

00:18:16: Gutachter schließt Schockzustand und somit eine Schuldunfähigkeit bei den Angeclagten aus.

00:18:22: Ein anderes Gutachten fällt zu ihren Gunsten aus.

00:18:25: Die Gerichtsmedizinerin erklärt die Verletzungen des Opfers seien so schwer gewesen dass man den Tod des Opfs wohl selbst bei einer optimalen Behandlung nicht hätte verhindern können.

00:18:37: Der siebenundvierzigjährige erlitt einen Schädelbasisbruch sowie ein Bruch des Mittelgesichts.

00:18:43: Todesursache waren schwere Hirneinblutungen.

00:18:47: Somit ändert sich die Anklage, dass die Staatsanwaltschaft beantragt wegen versuchten Mordes-freiheitsstrafen von acht Jahren und sechs Monaten bzw.

00:18:56: sechs Jahre und neun Monaten.

00:18:59: Die Verteidigung plädiert auf unterlassene Hilfeleistung und will Freiheitsstrafen von höchstens vier und zwei Jahren

00:19:06: erreichen.".

00:19:07: Die Schwurgerichtskammer entscheidet auf versuchten Mord und verurteilt den Zweiundfünfzigjährigen zu fünf, den Fünfundreißigjährigen zu sieben Jahren Haft.

00:19:17: Bei dem Jüngeren kommt auch ein Verstoß gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz dazu.

00:19:36: in solchen Fällen bei den Tatverdächtigen immer macht, um Beweismittel zu sichern.

00:19:41: Unter anderem auch Waffen und Sprengstoff gefunden hatte.

00:19:44: Es war also so gewesen dass der eine TatverDächtige für einen bekannten was aufgehoben hatte, was bekommen hat zur Aufbewahrung und das also bei sich noch Zuhause hatte und er wusste, dass in dem Päckchen, im Koffer, was er da bekommen hat, dass dann natürlich Schusswaffendrinnen waren.

00:20:04: Und das hat das Gericht dann als erschwerenden Tatbestand in das Urteil mit reingefügt.

00:20:11: Das heißt, er wurde wegen Modes verurteilt und gleichzeitig in einem fast neben Produkt wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

00:20:21: Der hat also deswegen ein paar Jahre mehr bekommen und das war eine Zusammenziehung von zwei Strafen gewesen.

00:20:28: aber... Die Zahl der Waffen und auch die Munition, die gefunden wurde.

00:20:34: Und vor allem der Sprengstoff.

00:20:36: Das war schon von der Qualität wo man sagen musste Wenn er das wusste Dass er das aufbewahrt dann War es auch klar uns hat er ja auch eingeräumt gehabt.

00:20:47: Dann war's auch klar dass das im urteil noch sehr deutlich zum tragen kommt.

00:20:53: Der thirty-fünf jährige gibt sich mit dem urteil nicht zufrieden legt revision ein und bekommt recht.

00:21:00: Zwei Jahre später sitzen die beiden erneut auf der Anklagebank in Hanau.

00:21:05: Denn laut BGH hätte bei der Verurteilung wegen versuchten Mordes, der hierfür erforderliche bedingte Tötungsvorsatz insbesondere dessen voluntatives Element noch ausführlicher begründet werden müssen.

00:21:18: Das bedeutet, es hätte in der Verhandlung stärker herausgearbeitet werden müssen, inwieweit die beiden Angeklagten nicht nur den Tod ihres Kumpanen entkauf nahmen sondern ihn vielleicht sogar wollten.

00:21:37: In der Revisionsverhandlungen zeigen sich die angeklagte Gespräche als im ersten Prozess Der thirty-fünfjährige versichert er sei kein Mörder.

00:21:47: Beide betonen sie hätten nicht damit gerechnet dass ihr Freund sterben könnte.

00:21:52: Die Blutlacher am Bahnhof nach der Sprengung

00:21:55: wollen

00:21:56: sie nicht bemerkt haben.

00:21:58: Durch das Ablegen am Bahnhofen Saal Münster in der Nähe eines Krankenhauses hätten Sie das Gefühl gehabt, dem Opfer eine Chance zu geben!

00:22:07: Die Richterin glaubt Ihnen nicht – vor allem Ihr Verhalten nach der Tat habe bewiesen dass es ihnen um ihre eigene Haut ging.

00:22:15: Sie hatten unter anderem die Handys des Opfers ordnungsunfähig gemacht und das Auto versteckt Die Geldkassette in die Kind sich geworfen.

00:22:25: Die Richterin sah den bedingten Tötungsvorsatz klar bestätigt, sie hätten im Tod des Siebenundvierzigjährigen aus Zeitlofs billigend in Kauf genommen.

00:22:36: Sie verurteilte den Sieben und Dreißigjährigen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und acht Monaten sowie den Vierundfünfzigjährigen zu vier Jahren und zehn Monaten.

00:22:48: Die Gesandtsstrafe für beide hatte sich jeweils um wenige Monate verringert, weil die Revisionsunterlagen fast zwei Jahre beim Bundesgerichtshof lagen bis der Prozess zurück ans Landgericht Hanau verwiesen wurde.

00:23:12: sag ich mal vom Mainstream, von der Mainstream-Ermittlung die wir immer haben abgewichen ist.

00:23:19: Also das war zum Beispiel dass er... als ich ihn das erste Mal gesehen habe in diesem Zeltflag hatte keine Schuhe an.

00:23:26: Hatte trockenes Socken an obwohl draußen hat es geregnet bis zum Geht nicht mehr.

00:23:32: Da hab' ich mir gesagt da stimmt doch was nicht.

00:23:33: Der kann nicht dort in eine Schlägerei geraten sein und umgefallen sein.

00:23:37: Sowas Das sind so Kleinigkeiten auffallen, die man auch dann teilweise dem Ermittlungsführer mitteilt.

00:23:47: Hier pass mal auf das und das und dass und das... Und die dann schlussendlich doch dazu führen, dass man auf der richtigen Spur ist.

00:23:57: Das habe ich öfters mal gehabt.

00:23:59: Ich sage immer zu denen, die wir ausgebildet haben.

00:24:02: Ihr dürft nicht unbedingt der Mainstream-Ermittlung folgen sondern ihr müsst einfach mal aus euch aussteigen, müsst um den ganzen Sachverhalt außen rumlaufen und müsst das von verschiedenen Seiten betrachten.

00:24:12: Da kommen die tollsten Einfälle wie es gelaufen sein könnte und es ist oftmals so dass es genau einer dieser eigentlich aus der Fantasie heraus geborenen Tatabläufe ist, der tatsächlich stattgefunden Und das ist auch bei diesem Fall gewesen und deswegen ist er mir so in Erinnerung geblieben.

00:24:32: Der Tote am Bahnhof von Barzons

00:24:34: Almünster.".

00:24:36: True Crime Mein Kinnzig ist eine Produktion der Gellenhäuser neuen Zeitungen.

00:24:41: Recherche,

00:24:42: Text-

00:24:42: und Regie –

00:24:44: Tanja Bruskeguth.

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