#2 Das Drogen-Wohnmobil

Shownotes

2021 wird die A66 bei Bad Orb mit Drogen geflutet. Ein Wohnmobil ist dort verunglückt, und in ihm waren über 135 Kilogramm Marihuana versteckt. „True Crime Main-Kinzig“ beleuchtet den Kuriosen Fall zusammen mit Drogenfahnder Peter Mehrling. Sprecher von Intro und Outro ist Matthias Hesse.

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00:00:01: Die Polizeibeamten staunen nicht schlecht, als sie am siebenundzwanzigsten Juli-Zwei-Tausend-Einundzwantzig zu einem Unfall auf der Aar-Sechtsundsechzig bei Bad Orb gerufen werden.

00:00:12: Ein Lastwagen hat einen auf dem Seitenstreifen geparktes Wohnmobil gerammt, dessen Seite aufgerissen und die Autobahn ist übersät mit Drogen!

00:00:23: Selbst in den Büschen neben der Fahrbahn entdecken die Polizisten Päckchen voller Marihuana.

00:00:30: Insgesamt sind es über hundred und dreißig Kilogramm.

00:00:34: Geschätzter Straßenverkaufswert rund eine Million Euro!

00:00:40: Der Fahrer des Wohnmobils, Salvador Eheh und seine Beifahrerin Julia S., kommen verletzt ins Krankenhaus und werden wegen Drogenschmuggels festgenommen.

00:01:02: Für die Ermittler steht schnell fest, Salvador E. und die Italienerin Giulia S sind Drogenkurriere.

00:01:10: Die Fan zieht jedoch jemand ganz anderes.

00:01:14: Ihre Namen wurden von der Redaktion geändert.

00:01:18: Der Besitzer des Wohnmobils ist wegen drogendelikten Polizei bekannt.

00:01:23: Doch wie kam es dazu dass Julia neben Salvador am Steuer dieses Wagens saß?

00:01:30: Ja das ist ja eine Vertrauenssache Drogenkurrier für jemanden zu sein.

00:01:35: Und deshalb kann man sich das nicht so vorstellen, dass man jemanden rekrutiert wie man einen Mitarbeiter sucht sondern da sind immer Personen aus dem direkten Umfeld die man kennen lernt in der jeweiligen Stadt auch unter bestimmten Äpnien sprich Landsleuten, man spricht die gleiche Sprache und das sind oftmals Personen die finanziell nicht so gut gestellt sind den man diesen Auftrag anbietet für ein bestimmtes Handgeld Und die sich dann bereit erklären, das zu machen.

00:02:02: Die ganze Logistik um diesen Transport herum wird komplett vom Auftraggeber bestellt.

00:02:08: Peter Merling arbeitet seit zweiundvierzig Jahren bei der Polizei und ist seit zweitausendfünfzehn Kommissariatsleiter des K-Vierunddreißig in Hanau.

00:02:18: Dieses Kommissariat beschäftigt sich mit der Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität.

00:02:25: In dem Fall kann man schon davon ausgehen dass die Hindermänner hinter Leute italienisch stämmige personen sind und der hauptäter unseren sieben sechzigjähriger italiener.

00:02:37: er ist in somalia geboren hat aber die italienische staatsbürgerschaft und lebt auch schon seit vielen jahren in berlin hat sicherlich kontakte über deutschland hinaus nach berlin.

00:02:50: wir konnten auch belegen dass er in anderen europäischen ländern unterwegs war.

00:02:54: er war also ein reisender durch europa und hat sicher auf diese ademweise auch die kontakte bekommen Und so muss auch dieser Kontakt zu seiner Mitgliederin zustande gekommen sein.

00:03:04: Wie genau das stattgefunden hat, das konnten wir nicht

00:03:06: klären.".

00:03:08: Die vierzeigjährige Giulia lebt in Italien – kommt aus bescheidenen Verhältnissen.

00:03:14: Die Fabrikarbeiterin ist wegen einer beruflichen Schieflage in Schulden geraten.

00:03:20: Ein Autounfall sei ebenfalls mit Schulter dran gewesen, berichtet sie später vor Gericht.

00:03:27: Herrtre Drogen habe sie nur in ihrer Jugend konsumiert!

00:03:31: Kurz vor der Tat beschränke sich ihr Drogenkonsum auf hin und wieder Marihuana, sagt sie.

00:03:38: Deswegen hat sie Kontakte ins Drogenmilieu!

00:03:42: Ein Bekannte aus diesen Kreisen eröffnet ihr im Frühsommer-Zweitausendundzwanzig mit einem Honorar von fünftausend Euro die Möglichkeit ihre Schulden loszuwerden.

00:03:53: Das Geld soll sie nach Abschluss der Drogenfahrt

00:03:56: erhalten.".

00:03:58: Julia reist nach Alcudia in Spanien.

00:04:01: Dort lernt sie den siebenundsechzigjährigen Salvador kennen, der das Kurierfahrzeug fahren soll.

00:04:08: Also die Fahrt ging von Berlin aus.

00:04:10: Es war ja ein deutsches Wohnmobil mit einer Berliner Zulassung und wir konnten auch feststellen wie lange das Wohnmobil in einer legalen Nutzung war In welchem Zeitraum etwa es umgebaut wurde?

00:04:23: Es wird ja professionell umgebaut für den Versteck.

00:04:26: Die Marihuana-Pakete wurden nicht in irgendeiner Innenverkleidung versteckt, sondern wie gesagt in einem professionellen Aufbau.

00:04:32: Und wir müssen davon ausgehen dass das Monopil auch mehrere Fahrten gemacht hat aufgrund einer extrem rohen Kilometerleistung die es von uns überprüfen Zeit zurückgelegt hat.

00:04:42: und die Fahrt ging nach Spanien weil Spanian definitiv aktuell das Drehkreuz für den Marihuanerschmuckel in Europa ist.

00:04:51: Wir wissen über den internationalen Austausch, dass in Spanien selbst große Mengen hergestellt werden – im Freiland als auch unter Folie.

00:04:59: Und das ist natürlich auch die Nähe zum nordafrikanischen Kontinent wo auch Cannabis-Produkte hergestellt wurden und wo davon ausgegangen werden muss, dass von Nordafrika nach Spanier an Schmuckl stattfindet um dann in Spania koordiniert zu werden und dann nach ganz Europa zu

00:05:14: verteilen.".

00:05:16: Salvador hat ein bewegtes Leben hinter sich.

00:05:19: Als Oberkälner arbeitete er unter anderem in Rom, Puerto Rico und Amerika.

00:05:26: Nach Deutschland kam Erneunzehnhundertundsiebzig, lebt mittlerweile in Berlin.

00:05:31: Er konsumiert im Gegensatz zu Julia regelmäßig Kokain – auch Marihuana!

00:05:38: Als Süchtiger hat er bei den Drogendealern selbst Schulden in Höhe von rund achttausend Euro.

00:05:45: Der gemeinsame Bekannte hat ihm angeboten, mit der Kurierfahrt seine Schulden abzuarbeiten und weitere Drogen für den Eigenbedarf zu erhalten.

00:05:54: Das würde ich jetzt aus meiner Sicht als eine Schutzbehauptung bewerten.

00:05:59: Grundsätzlich ist es so, dass die Kuriere pro Kilogramm des geschmugglichen Gutes bezahlt werden.

00:06:06: Da werden vorher Preise ausgehandelt.

00:06:09: In dem Fall haben sie ausgesagt, Sie hätten nicht genau gewusst wie viel sie überhaupt schmuggeln.

00:06:13: Möglicherweise wurde hier ein Festgeld vereinbart aber dass man sagt in Naturalien ihr bekommt hier eine Packung Mariana das glaube ich jetzt nicht weil die müssen ja auch ihren Lebensunterhalt bestreiten und sind auf Bargeld angewiesen.

00:06:26: Für diese Art Schmuggel werden sowohl umgebaute PKW genutzt Aber auch ganz normale Transportfahrzeuge.

00:06:35: Das passiert sowohl über Privatfahrzeuge wie jetzt in dem Fall im Wohnmobil.

00:06:39: Man muss aber davon ausgehen, Mariana hat ja ein großes Volumen.

00:06:43: Ein Kilogramm Mariana hatte schon das Volumen von fünf bis sechs Litern.

00:06:47: also braucht man auch große Lager-Möglichkeiten bzw.

00:06:50: Transportmöglichkeiten und die schafft man in so einem Wohnmobil.

00:06:54: wir reden hier von über hundredvierzig Kilo Mariana Aber wir wissen auch dass ganz viele und vermutlich auch die meisten Transporte einfach über ganz normale LKW Fahrten gehen.

00:07:04: In Alkudia treffen

00:07:30: Julia und Salvador ihren Bekannten, der ihnen das bereits präparierte Wohnmobil übergibt.

00:07:37: Julia weiß angeblich nicht, wo und wie viel Drogen in dem Fahrzeug versteckt gewesen sind.

00:07:43: Geht aber davon aus dass es eine große Menge ist!

00:07:47: Dass es über hundertdreißig Kilo sind ahnt sie nicht, sagt sie.

00:07:53: Die Menge deren Einfuhr erlaubt wird damit um das zweitausendfache übertroffen.

00:07:59: Außerdem ist das präparierte Fahrzeug viel zu schwer.

00:08:04: Mit seinem Führerschein dürfte Salvador es gar nicht lenken.

00:08:09: Auch das sagen die beiden später vor Gericht, wissen sie nicht!

00:08:14: Julia soll nicht fahren – nur als Beifahrerin dabei sein, als Tarnung um als Touristen durchzugehen.

00:08:23: Ihr Auftrag ist, das Wohnmobil nach Berlin zu fahren und dort auf einem Parkplatz abzustellen.

00:08:30: Dort sollen Sie ihr Geld erhalten.

00:08:33: Julia sagt, dass sie allerdings schon in Spanien ahnt, dass ihr das Geld nicht zu sehen bekommen wird.

00:08:41: Das Wohnmobil indessen ist scheinbar perfekt getarnt.

00:08:45: In dem Fall war es so, dass man wirklich das Dach des Wohnmobils aufgedoppelt hat.

00:08:49: Man kann sich das vorstellen wie eine Besteckschublade die komplett auf das dach des Wohnmobiles aufgebaut wurde und dann professionell mit Karosserie-Teilen verkleidet sodass man das von außen wirklich nicht erkennen konnte.

00:09:02: Das einzige Indienst wäre gewesen, dass dieses Wohnmobil keine Dachfenster hatte.

00:09:06: Keine Klimaanlage und auch keine Salippenanlage weil das alles auf dem Dach dann verschwunden ist.

00:09:11: Und das Wohnmobil war natürlich auch dreißigvierzig Zentimeter höher wie angedacht aber ansonsten war das nicht erkennbar und wenn man so eine Investition betreibt muss ich das natürlich auch lohnen.

00:09:23: Das ist da nicht für ein einmaligen Transport gebaut sondern für den dauerhaften Gebrauch Und das sind aber für unsere Feststellungen eher die Ausnahmen in dieser Größenordnung, in einem besonders präparierten Fahrzeug.

00:09:36: Der Großteil geht mit Sicherheit über eine ganz normale Ladung im

00:09:38: Lasswagen.".

00:09:39: Kommissariatsleiter Peter Merling hat in seinem Leben schon einige ungewöhnliche Verstecke erlebt.

00:09:46: Also was das Mariana betrifft ist ein großes Volumen und da ist es schwierig in Fahrzeugen so Verstecken einzubauen über die man so große Mengen transportieren kann.

00:09:57: Es kommt aber immer wieder vor, dass man eine doppelnde Trennwand bei Kastenwagen zum Beispiel einbaut einen doppelten Boden und dort kann man dann auch zwanzig, dreißig Kilo Mariana oder auch Haschisch oder andere Betäubungsmittel verstecken um sie dann in Deutschland hier im Main-Kinsey fast unter zu verteilen.

00:10:13: das sind also nicht die Fahrzeuge für den Einforschmuckel sondern für die Unterverteilung.

00:10:18: Und wir reden natürlich auf anderen Betäuberungsmitteln die ein kleineres Volumen haben Heroin, Kokain und da reichen dann schon Verstecke in Pläkavi aus, die auch professionell eingebaut werden.

00:10:29: Das sind dann Hohlräume von zwanzig dreißig Litern, indem man auch einige Kilogramm dieser Drogen einpacken kann.

00:10:34: Und sie werden dann genutzt für den Einverschmuggel dieser Drogens oder für die Verteilung hier in Deutschland.

00:10:40: Es gibt sehr professionelle, wenn man nicht weiß, dass ich das eigentlich überhaupt nicht finden würde.

00:10:45: Das ergibt sich jetzt auch aus den polizeilichen Ermittlungen und dem Austausch von verschiedenen Dienststellen in Hohlhäumen von Fahrzeugen Produktionsbedingt vorhanden sind und die dann von den Tätern verschlossen werden, zugeschweißt werden und einen Zugang geschaffen wird.

00:11:01: Ob das im Kartantunnel ist, ob das im Bereich des Motorraums ist... Wir hatten jetzt ein Fall da hat jemand hinter dem Stoßfänger, hinter der Nebelleuchter, dem Nebelscheinwerfer konnte man mehrere hundert Gramm Kokain verstauen.

00:11:15: also das sind immer wieder Verstecke.

00:11:17: die findet man vielleicht mit dem Einsatz eines Hundes.

00:11:21: Aber wenn man es nicht weiß, dass dort was tatsächlich versteckt wurde und ganz konzentriert sucht wird, wird man das nicht finden.

00:11:31: Langen mit dem Wohnmobil unentdeckt von Spanien über Frankreich bis nach Deutschland.

00:11:37: etwa drei Wochen brauchen sie dazu.

00:11:40: Sie lassen sich Zeit der Tarnung wegen.

00:11:43: Für die beiden ist es wie eine Urlaubsreise.

00:11:46: Sie machen als vorgebliches Pärchen sogar entsprechende Selfies mit ihren Handys In Höhe von Bad Orp.

00:11:53: Auf der A sixty-sechzig macht Salvador am siebenundzwanzigsten Juli zwei tausend und zwanzig jedoch einen folgenschweren Fehler.

00:12:03: Er hält das Wohnmobil auf dem Standstreifen an, um auf Toilette zu gehen.

00:12:09: Während dieses Stops wird das Wohnmodel von einem Lastwagen gerammt und völlig zerstört.

00:12:16: Dass die beiden Insassen nicht ernsthaft verletzt werden ist Glück!

00:12:21: Ihr Pech ist allerdings, dass der künstliche Aufbau aufgerissen wird und sich die Drogenpäckchen auf der A-VI verteilen.

00:12:30: Ich war selber nicht vor Ort aber ich habe Bilder und auch Filme gesehen vom Ort des Geschehens und hab mir dann auch im Nachhinein das Fahrzeug angeschaut weil es ja auch darum ging wie professionell das alles gemacht worden ist.

00:12:43: Und es war tatsächlich so, dass eigentliche Wohnmobil, die Kabine des Wohnmobils, die war komplett zerstört.

00:12:51: Und der doppelte Aufbau auf dem Dach hat sich selbst eine gewisse Stabilität gegeben, sodass durch den Aufbrall dieser Aufbau komplett abgerissen und über die Böschung seitlich zur Autobahn abgeschoben wurde.

00:13:05: Und lag dann zwar offen und teilweise beschädigt aber in großen Ganzen unversehrt.

00:13:13: auf dem Grünstreifen neben der Autobahn Auf der Ecke, auf die der Lastwagenaufbralde wurde auch diese Aufbau aufgerissen.

00:13:20: Es wurden einige Kilopakete Mariana komplett und Unfall beschädigt auf die Fahrbahn geschleudert.

00:13:26: Es werden aber auch zehn Mariana Pakete beschädigte bis komplett zerstört.

00:13:32: Und davon konnten wir im Nachhinein über die leeren Tüten ermitteln, wurden ca.

00:13:35: dreieinhalb Kilo loses Mariana auf der Fahrbahn verteilt.

00:13:39: Es rochgut und es war ein ganz großes Durcheinander zwischen

00:14:06: Dass die Drogenkurriere in diesem Fall aufflogen, war Zufall.

00:14:11: Aber... Wie kommen Ihnen die Drogenfahnder auf die Schliche, wenn das Wohnmobil nicht gerade von einem Laster gerammt wird?

00:14:19: Das funktioniert immer über die Abnehmer.

00:14:22: Hier dieses Wohnmobil, das hatte mit uns hier in meinen Kinselkreis nichts zu tun.

00:14:25: Es war auch der Durchreise und durch den zufälligen Unfall waren wir dann zuständig.

00:14:30: Die Fälle, die wir selbst bearbeiten und erarbeiten, entstehen alle dadurch, dass wir durch eigene Arbeit oder durch Hinweise Informationen bekommen wo Marianne umgesetzt wird.

00:14:42: Es geht um Lagermöglichkeiten, es geht um Personen und mit denen befassen wir uns dann etwas näher und über die Ermittlungen in diesen Personenkreis hinein kommen wir auch auf solche Transporte so dass es hin und wieder tatsächlich zu Sicherstellungen von größeren Betäubungsmittel Mengen in allen Bereichen der Betäupungsmittel kommt.

00:15:02: Unsere Methoden, die offen waren wir nicht so gerne ganz genau.

00:15:06: Was natürlich offenkundig ist und jetzt auch nicht geläutert werden kann, ist natürlich dass wir Personen beobachten.

00:15:12: Dass wir bestimmte Orte von denen wir ausgehen, da sie als Umschlagplätze benutzt werden, beobachteten.

00:15:18: Dass man bestimmte Personen gegen diesen Verdacht bestätbeobachten und über diese Methoden versuchen zu ermitteln wie sie unterwegs sind welche Fahrzeuge sie nutzen wehren sie beliefern um irgendwann dann durch eine Kontrolle festzustellen, okay transportieren sie tatsächlich Mariana oder andere Betreuungsmittel und wenn wir diese dann finden und sicherstellen.

00:15:38: Dann haben wir natürlich auch schon den Beweis auf dem Tisch und unsere Informationen haben sich damit bestätigt.

00:15:43: das kann sich sehr lange hinziehen weil wir sind ja abhängig von der Aktivität von unseren gegenüber.

00:15:50: die Bestimmen die Schlagzahl und wenn die ständig unterwegs sind und ständig transportieren können wir auch etwas schneller arbeiten.

00:15:57: je länger deren Abstände zwischen den Transporten sind oder ihren Aktivitäten, umso mehr müssen wir zuschauen und abwarten bis wir die nötigen Informationen haben, um zuzugreifen.

00:16:06: Bei solchen Ermittlungen kommen auch Suchhunde zum Einsatz.

00:16:11: Wenn wir eben einen Hinweis haben auf ein Versteck ob es in der Wohnung sei oder auch in einem Fahrzeug dann holen wir einen aus speziell ausgebildeten Rauschgifthund der uns da natürlich große Dienste leisten kann weil er riecht wirklich das Rausch Gift durch verschiedene Schutzfüllen.

00:16:27: Manchmal wird auch Kaffeepulver eingestreut oder irgendeine Paste aufgeschmiert, aber der Hund riecht das schon sehr zu verlässig.

00:16:34: Ein halbes Jahr später stehen Julia und Salvador in Hanau vor Gericht.

00:16:39: Der Prozess lässt sich etwas schwierig an.

00:16:42: Die eigentliche Vorsitzende Richterin ist erkrankt.

00:16:45: Einer der beiden Schöffen hatte Kontakt zu einem Corona-Erkrankten und steht unter Quarantäne.

00:16:51: Sein Stellvertreter hat Corona so dass mit einer dritten Ersatzbeisitzerin begonnen wird.

00:16:58: Die Anklageverlesung muss direkt unterbrochen werden, weil Julius Kopfhörer – über den sie die Übersetzung der Dolmetscherin bekommt – nicht funktioniert.

00:17:09: Außerdem kritisieren die Anwälte, das Anklager erhoben wurde ohne dass die Ermittlungen abgeschlossen sind.

00:17:17: Die Staatsanwaltschaft erklärt, dass man lediglich noch nach den Hintermännern sucht Die Angeklagten aber nicht länger in der Untersuchungshaft schmoren lassen will.

00:17:26: Also das ist so, hier in dem Fall hatten wir ja die beiden Tatverdächtigen in Untersuchungsaft und dann laufen natürlich bei den Justizbehörden Fristen.

00:17:35: Das heißt der Prozess muss in einem bestimmten Zeitraum begonnen werden sonst besteht die Gefahr dass die Inhaftierten vorher entlassen werden und dann möglicherweise verschwinden.

00:17:45: Und dann ist es so, dass wir der Zugriff für diese beiden Personen war ja in reiner Zufall.

00:17:49: Wir konnten nur mit dem arbeiten was wir tatsächlich vor Ort vorgefunden haben und das hat uns keine Hinweise auf Hintermänner gegeben.

00:17:57: Wir hatten natürlich eine Person oder mehrere Personen in Berlin die im Kontakt standen mit unseren Tätern insbesondere auch der Halter dieses Wohnmobils und das geht.

00:18:06: aber das war ein Scheinhalter Das war auch ein Italiener Aber der finanziell sehr schlecht situiert überhaupt nicht in der Lage, dieses Wohnmobil zu erwerben oder umbauen zu lassen.

00:18:17: Also man hat ihn nur vorgeschoben und er hat auch keine Aussagen gemacht und unsere beiden inhaftierten Personen haben bezüglich ihrer Auftraggeber auch keine Angaben gemacht.

00:18:27: also waren wir was das betrifft ja nicht so gut aufgestellt und konnten die Hintermänner nicht ermitteln Und die beiden Kurierer Das betroffen, dass man einen den Eiferschmuckl unterstellt hat und sind dafür verurteilt worden.

00:18:41: Aber sie haben niemanden benannt für den Sie das gemacht

00:18:44: haben.".

00:18:44: Die Angeklagten sagen, sie hätten Angst um ihr Leben und um das ihrer Familien.

00:18:50: Deswegen würden sie schweigen!

00:18:53: Für die Ermittler ist es immer schwierig, die Hintermänner zu erwischen vor allem wenn die Angeklagten nichts sagen.

00:19:01: Das wären dann Ermittlungen gewesen, die hätten letztendlich die Berliner Kollegen führen müssen weil die ganze Sache ja dort ihren Ausgang genommen hat und auch sicher geendet hätte, wenn nicht der Unfall dazwischen kommen wäre.

00:19:12: Und jetzt den Personenkreis um unseren männlichen Täter, der in Berlin wohnhaft war aufzuklären, hätte es sicherlich sehr große Anstrengungen bedürft und ob das am Ende zu einem Ergebnis geführt hätte dass man einen Hindermann tatsächlich beschuldigt Auftraggeber zu sein und ihn dafür vorteilt ist sehr fraglich.

00:19:30: In dem Fall helfen uns nur Aussagen weiter, dass die Kuriere wirklich Namen nennen und Personen herausdeuten, die sie beauftragt haben.

00:19:38: Und sofern Sie das nicht tun, haben wir so gut wie keine Chance!

00:19:43: Wenn wir die Ermittlungen beginnen bevor eine Sicherstellung erfolgt dann sind oftmals die Auftraggeber unsere Zielpersonen und die Kurierer werden dann nur abgegriffen um die Beweismittel sicherzustellen.

00:19:54: aber in dem fall ist hier durch den Unfall der Transport unterbrochen worden.

00:19:59: Und wir hatten ja vorher überhaupt nichts ermittelt, wir wussten ja von Nichts und das dann von Null an zu ermitteln.

00:20:05: und dass auch noch im Main-Kinzig-Kreis für eine Tätergruppe in Berlin – das ist nicht möglich!

00:20:10: Das gibt ja mehrere Händlerebenen und wir sind hier eine regionale Kriminalinspektion.

00:20:16: Wir sind dafür zuständig die Bekämpfung der Beteugungsmittelkriminalität im Main Kinzig Kreis.

00:20:20: Und wenn es um Einforschmuckel geht, dann haben wir Täterstrukturen die ja deutlich über den Kinzigkreis hinaus handeln und auch bis ins Ausland.

00:20:29: So sind wir schon ein bisschen reglementiert hier.

00:20:32: Wir haben auch die personelle Ausstattung nicht, um das richtig tiefgründig zu ermitteln.

00:20:38: Wir sind froh, wenn wir unsere Zwischenhändler und Lager Ausfindig machen können, wenn wir hier größere Mengen sicherstellen und tatsächlich auch Auftraggeber in der zweiten oder dritten Händler-Ebene identifizieren.

00:20:50: Und dann einen Kriegsverfahren zuführen.

00:20:53: Aber darüber hinaus.

00:20:54: jetzt sitzen sicherlich ganz viele Aufdrachgeber im Ausland bei den Cannabis-Produkten sicherlich in Spanien und auch Nordafrika.

00:21:02: Die sind für uns nicht ermittelbar.

00:21:04: Das sind andere Inställen zuständig.

00:21:13: Geht es doch ganz schnell!

00:21:14: Verteidigung und Staatsanwaltschaft gelangen zu einer Absprache.

00:21:19: Voraussetzungen dafür sind die umfassenden Geständnisse der beiden Angeklagten und dass sie nicht vorbestraft sind.

00:21:27: Beide Beteuern vorher noch nie mit Drogenschmuggel zu tun gehabt zu haben, und sie sagen, das sie ihr Leben ändern wollen.

00:21:36: Salvador muss drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, Julia für zwei Jahre und sechs Monate.

00:21:43: In ihre letzten Worten dankt die Italienerin der Justiz.

00:21:48: Sie sagt mit Hilfe der Dolmetscherin, dass was passiert ist hat mein Leben nicht schlechter sondern besser gemacht.

00:21:56: Sie sehe ihre Strafe als Chance.

00:21:59: Diese Aussage wir haben das zum ersten Mal gemacht und sie natürlich gleich erwischt worden die hören wir sehr oft.

00:22:05: Und dann denkt man auch, die Leute sind dumm.

00:22:07: Die machen das einmal und lassen sich gleich erwischen.

00:22:09: Also das ist natürlich eine Schutzbehauptung bei diesem Wohnmobil.

00:22:13: Da sehen wir davon ausgegangen dass es in der Zeit in der Tätergruppierung war sechs bis sieben Mal nach Spanien gefahren ist und transportiert hat.

00:22:19: ob unsere Täter hier immer beteiligt waren können wir natürlich nicht sagen.

00:22:24: aber Fakt ist ja dass die Kuriere tatsächlich auf den Kurierlohn angewiesen sind.

00:22:29: Und wenn Sie jetzt hier nach Ihrer Haftstrafe zurückkommen in Ihre angestammte Umgebung, dann hat sich Ihre finanzielle Situation nicht verändert.

00:22:36: Sie sind also nach wie vor auf Einkommen angewiesen und wenn sie das auf legale Weise nicht erwerben können, dann sind Sie mehr oder weniger gezwungen eigentlich in das alte Milieu mit je wieder einzusteigen.

00:22:47: Also dass Sie dann sagen wir machen das nie wieder ist sehr mit Vorsicht zu genießen!

00:22:53: Die Einschätzung des Experten, was die zukünftige Bekämpfung des Drogenhandels angeht ist wenig optimistisch.

00:23:01: Im Bereich der Betäubungsmittelkommunität haben wir eine sehr hohe Aufklärungsquote weil zu jeder Straftat, die bei uns bekannt wird eigentlich immer ein Täter dabei ist.

00:23:09: das beginnt in den allermeisten Fällen mit einer Kontrolle und mit einer Sicherstellung dann haben wir eben einen Täter und wir haben einen geklärten Fall.

00:23:17: Das hat aber nichts damit zu tun wie viele Fälle der tatsächlich stattfindenden wir hier klären Und da kratzen wir tatsächlich nur an der Oberfläche.

00:23:25: Wenn wir uns vorstellen, dass geschätzt wird das Deutschland im Jahr ca.

00:23:30: vierhundert Tonnen Mariana verbraucht und sich die Sicherstellungenmengen dagegen hält dann sind wir wirklich nur bei ganz wenigen Prozent von der Masse, die sichergestellt wird und dann entsprechend auch nur die wenigen prozent an aufgeklärten Fällen.

00:23:46: Die Infrastruktur der Betäubungsmittelkriminalität funktioniert egal was es für eine Droge geht und das sind alles gut organisierte Banden.

00:23:56: Je weiter wir jetzt von der Polizei, den Ermittlungsbehörden unsere Methoden verfeinern umso mehr wird von der Gegenseite die Methode auch verfeinert um unsere Ermittungsmethoden zu unterlaufen.

00:24:07: Man muss eben auch sehen was der Staat investiert an Aufklärungspotenzial und wie der Staat auch einiges hinnimmt an Kriminalität.

00:24:19: ob das im Bereich Bedeutungsmedikriminalität oder Eigentumskriminalität ist, das ist egal.

00:24:25: Wir sind natürlich immer durch das Personal, was vorhanden ist limitiert und so ist es ein ständiges Hin- und Her.

00:24:33: Und wir arbeiten eben das ab, was wir abarbeiten können.

00:24:35: aber diesen ganzen Drogenschmuckel auszudrocknen wird uns nie gelingen.

00:24:42: True Crime

00:24:42: Mein

00:24:43: Kinnzig ist

00:24:44: eine Produktion der Gellenhäuser Neuen Zeitung Recherche Text und Regie

00:24:50: Tanja Bruskeguth.

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